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Glückwunsch, AfD!

Zum sogenannten „Anti-Islam-Kurs“ muss man der AfD gratulieren. Die Partei hat ein Thema mit großem Potential entdeckt. Während Euro- und Flüchtlingskrise in unserer schnelllebigen Zeit leicht an Zugkraft einbüßen, verspricht der Dauerbrenner „Islam“ auf lange Frist propagandistische Früchte abzuwerfen. Etwaige zukünftige Anschläge durch islamistische Terroristen oder Ereignisse wie in der Silvesternacht zu Köln sind da nur die Spitze des Eisbergs an Unkenntnis, Gerüchten und Befürchtungen auf der einen und tatsächlichen Problemen und Herausforderungen im und im Umgang mit dem Islam auf der anderen Seite. Alle konstruktiven gesellschaftlichen Kräften sind nun aufgefordert, den richtigen Umgang mit dieser Herausforderung finden. Hierzu gehört zuvorderst, das Thema überhaupt anzunehmen und sich nicht zu verweigern.

Wo die AfD ihre Finger in die Wunde legt, muss zweierlei geschehen. Einmal müssen die „Finger“ als das entlarvt, was sie sind: Nicht die heilenden Finger eines Arztes, sondern Finger, die Salz in die Wunde streuen. Das alleine genügt aber nicht – die „Wunde“ muss nämlich trotzdem noch versorgt werden! Missstände und Probleme müssen erkannt, benannt und gelindert werden. Dies erfordert Sachkenntnis und eine politisches Programm. Haben wir da nicht alle Nachholbedarf?

Und wo es gar keine Wunde gibt? Unkenntnis, Ängste und Vorurteile dürfen nicht nachgeplappert oder gar übernommen werden, sondern müssen mit Fakten widerlegt werden. Immer wieder.

Gewalt im Koran und in der Bibel

Immer wieder führt uns der sogenannte „Islamische Staat“ Gewalttaten vor Augen, die von den Tätern religiös begründet oder gerechtfertigt werden. In der Diskussion zu den Ursachen und Hintergründen sagen die einen, das alles hätte mit dem Islam und dessen heiligem Buch, dem Koran, nichts zu tun. Andere hingegen betonen, dass sich im Koran viele Stellen fänden, die zur Gewalt beispielsweise gegen „Ungläubige“ aufrufen.

In diesem Zusammenhang wies die Islamwissenschaftlerin Prof.Dr. Gudrun Krämer unlängst in einem Interview darauf hin, dass auch das heilige Buch der Christen, die Bibel, ähnliche Verse im Angebot habe. Ich habe mich auf die Suche nach ihnen gemacht …

So eroberten sie die Stadt und vollstreckten den Bann an allem, was in der Stadt war, mit der Schärfe des Schwerts, an Mann und Weib, jung und alt, Rindern, Schafen und Eseln. (Joshua 6:21,22)

Darauf stach sie ihn zweimal mit ganzer Kraft in den Hals und schnitt ihm den Kopf ab. (Judit 13:9)

Wer da gefunden wird, wird erstochen, und wen man aufgreift, wird durchs Schwert fallen. Es sollen auch ihre Kinder vor ihren Augen zerschmettert, ihre Häuser geplündert und ihre Frauen geschändet werden. (Jesaya 13:15,16)

Kommt herzu, ihr Heiden, und höret; Denn der Herr ist zorning über alle Heiden und ergrimmt über alle ihre Scharen. Er wird an ihnen den Bann vollstrecken und sie zur Schlachtung dahingeben. Und ihre Erschlagenen werden hingeworfen werden, dass der Gestank von ihren Leichnamen aufsteigen wird und die Berge von ihrem Blut fließen. Denn mein Schwert ist trunken im Himmel, und siehe, es wird herniederfahren (…). Des Herrn Schwert ist voll Blut und trieft von Fett, vom Blut (aus Jesaya 34:1-6)

Du Ehebrecherin, die du dir Fremde anstelle deines Mannes nimmst! Und sie sollen eine Versammlung gegen dich einberufen und dich steinigen und mit ihren Schwertern zerhauen und deine Häuser mit Feuer verbrennen (aus Hesekiel 16:32,38-40)

Sie sollen durchs Schwert fallen und ihre kleinen Kinder zerschmettert und ihre Schwangeren aufgeschlitzt werden. (Hosea 14:1)

(zitiert nach Die Bibel. Nach der Übersetzung Martin Luthers, Stuttgart: Deutsche Bibelgesellschaft, 1985)

Stellen Sie sich nun vor, Sie wüßten nicht, dass diese Texte aus der Bibel stammen, anstelle des „Herrn“ stünde „Allah“ und jemand würde behaupten, es handele sich um Suren aus dem Koran. Würden Sie Verdacht schöpfen?

Die zitierten Bibelstellen stammen übrigens aus der Zeit der Landnahme der Israeliten und dem Kampf der Propheten gegen den Unglauben unter den Juden. Auch Muhammad stand vor ähnlichen Aufgaben, nämlich der Etablierung seiner Lehre und seiner Herrschaft sowie der Auseinandersetzung mit dem vorislamischen Heidentum und den Juden in Medina, die seiner Lehre nicht folgen wollten.